Kurz zusammengefasst
- Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der meist einen Index nachbildet. Mit einem Sparplan legen Sie regelmäßig einen festen Betrag an.
- Achten Sie auf alle Kosten und auf die Steuerregeln. Dazu gehören der Sparerpauschbetrag, die Teilfreistellung und die Vorabpauschale.
- Der Wert eines ETFs schwankt, Verluste sind möglich. ETFs eignen sich vor allem für Geld, das Sie lange nicht brauchen.
Was ist ein ETF?
ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Gemeint ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird. Meist ist das ein Indexfonds: Er bildet einen Börsenindex nach, etwa den DAX, statt einzelne Aktien gezielt auszuwählen.
Ein ETF auf einen breiten, weltweiten Index kann mehrere tausend Aktien enthalten. Wie breit die Streuung tatsächlich ist, hängt vom Index ab. Branchen- oder Themen-ETFs sind deutlich enger aufgestellt.
Das Geld im Fonds ist ein Sondervermögen. Es wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Wird der Anbieter zahlungsunfähig, betrifft das das Fondsvermögen nicht. Vor Kursverlusten schützt das nicht.
Thesaurierend oder ausschüttend?
Ausschüttende ETFs zahlen Erträge wie Dividenden aus, meist vierteljährlich oder jährlich. Thesaurierende ETFs legen diese Erträge automatisch wieder im Fonds an. Steuerlich werden beide Varianten ähnlich behandelt.
Für den langfristigen Vermögensaufbau gilt die thesaurierende Variante oft als bequemer. Wer regelmäßige Zahlungen auf dem Konto möchte, wählt eher einen ausschüttenden ETF.
Physisch oder synthetisch?
Physisch nachbildende ETFs kaufen die Aktien des Index, ganz oder teilweise. Synthetische ETFs bilden den Index über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Bank nach. Fällt diese Bank aus, kann der Fonds Geld verlieren. Dieses Risiko ist reguliert und auf höchstens 10 % des Fondsvermögens begrenzt.
Welche Kosten fallen an?
Kosten mindern Ihr Ergebnis Jahr für Jahr. Deshalb lohnt sich ein Blick auf alle Kostenarten.
- Laufende Kosten (TER): Jährliche Verwaltungskosten, die direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt werden. Bei ETFs meist deutlich unter 1 % pro Jahr.
- Orderkosten: Gebühr für jeden Kauf oder jede Sparplan-Ausführung.
- Spread: Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse.
- Depotgebühren: Manche Anbieter berechnen Gebühren für die Depotführung.
Einen Ausgabeaufschlag gibt es bei ETFs in der Regel nicht. Bei festen Ordergebühren kann eine seltenere, höhere Rate günstiger sein als eine kleine monatliche Rate. Die genauen Kosten stehen in den offiziellen Unterlagen des Fonds.
Wie werden ETF-Erträge besteuert?
- Abgeltungsteuer: 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %. Gegebenenfalls kommt Kirchensteuer hinzu.
- Sparerpauschbetrag: 1.000 € pro Person und Jahr, 2.000 € bei Zusammenveranlagung.
- Teilfreistellung: Bei Aktienfonds (mindestens 51 % Aktienquote) sind 30 % der Erträge steuerfrei.
- Vorabpauschale: Betrifft vor allem thesaurierende ETFs. Basiszins für 2026: 3,20 %.
Damit Ihre Bank den Sparerpauschbetrag automatisch berücksichtigt, erteilen Sie ihr einen Freistellungsauftrag. Haben Sie mehrere Banken, können Sie den Betrag aufteilen. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank die Steuer ab dem ersten Euro ab.
Die Vorabpauschale ist eine Art vorgezogene Steuer. Sie beträgt 70 % des Basiszinses, bezogen auf den Wert des Fonds zu Jahresbeginn. Sie ist auf den tatsächlichen Wertzuwachs des Jahres begrenzt, und Ausschüttungen werden abgezogen.
Ein vereinfachtes Beispiel: Ihr ETF ist Anfang 2026 10.000 € wert und steigt im Laufe des Jahres ausreichend. Dann ergibt sich eine Vorabpauschale von 224 €. Nach der Teilfreistellung sind 156,80 € steuerpflichtig, sofern Ihr Freibetrag schon ausgeschöpft ist. Ohne Kirchensteuer wären darauf rund 41 € Steuer fällig. Bei einem späteren Verkauf wird die Vorabpauschale angerechnet, Sie zahlen also nicht doppelt.
Welche Risiken gibt es?
Der Wert eines ETFs schwankt, teils deutlich. Auch bei weltweiter Streuung gab es in der Vergangenheit Kursrückgänge von bis zu 50 %. Manche Verlustphasen dauerten viele Jahre.
Streuung verringert das Risiko einzelner Unternehmen. Das allgemeine Marktrisiko bleibt aber bestehen. Hinzu kommen Währungsrisiken, wenn der Fonds außerhalb des Euroraums anlegt.
Deshalb gilt: Geld, das Sie in den nächsten Jahren brauchen, gehört nicht in Aktien-ETFs. Je länger Sie anlegen, desto mehr Zeit haben Sie, Schwankungen auszusitzen. Eine Garantie ist das nicht.
Sparplan oder Einmalanlage?
Beim Sparplan investieren Sie regelmäßig einen festen Betrag. Bei niedrigen Kursen erhalten Sie dafür mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Das nennt man Durchschnittskosteneffekt.
Der Effekt verteilt das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen. Er garantiert aber keine bessere Rendite und schützt nicht vor Verlusten. Steigen die Kurse stetig, kann eine Einmalanlage besser abschneiden.
Der eigentliche Vorteil des Sparplans ist praktischer Natur. Sie können mit kleinen Beträgen beginnen und sparen regelmäßig. Die Rate lässt sich meist jederzeit ändern, aussetzen oder beenden.
Worauf Sie vor dem Start achten sollten
Legen Sie zuerst einen Notgroschen zurück, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto. Häufig genannt werden zwei bis drei Monatsnettoeinkommen für Alleinlebende, für Familien eher mehr. So müssen Sie im Notfall keine ETF-Anteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen.
Klären Sie außerdem Ihr Ziel und wie lange Sie das Geld anlegen können. Fragen Sie sich ehrlich, wie Sie reagieren würden, wenn Ihr Depot zeitweise deutlich im Minus steht.
Vergleichen Sie zum Schluss die Kosten für Depot und Sparplan. Wählen Sie eine Sparrate, die Sie auch in knapperen Monaten zahlen können.
ETF-Sparplan und Altersvorsorgedepot ab 2027
Ab 2027 gibt es das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, in dem auch ETFs möglich sind. Dafür zahlt der Staat Zulagen. Das Geld ist aber bis zum Ruhestand gebunden: Ausgezahlt wird frühestens mit 65 Jahren. Ein normaler ETF-Sparplan bleibt dagegen jederzeit verfügbar.
Ihr nächster Schritt
Mit unserem Zinseszinsrechner können Sie verschiedene Sparraten und Laufzeiten durchrechnen. Die Ergebnisse beruhen auf Annahmen und sind keine Prognose. Ob und wie ein ETF-Sparplan zu Ihrer Situation passt, besprechen wir gern persönlich: Erstgespräch vereinbaren.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Geldanlagen sind mit Risiken verbunden; der Wert Ihrer Anlage kann schwanken, Verluste bis hin zum Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.